Bewertung

Bewertung

Die Kriterien

Was zeichnet eine qualitativ hochwertige Sorte aus? Diese Frage steht am Anfang jeder Staudensichtung – und sie wird von den Prüfern für jede Pflanzenart individuell beantwortet.

Bei vielen Arten stehen die Blüten im Fokus: Wie groß und wie zahlreich sind sie? Welche Farbe haben sie und wie ist ihre Fernwirkung? Duften sie? Blühen sie nach einem Rückschnitt ein zweites Mal – und wenn ja, wie reich? Bilden sie attraktive Fruchtstände und sind sie auch den Winter über attraktiv?

Bei Blattschmuckpflanzen wird naturgemäß verstärkt Wert auf das Wuchsbild, die Blattfarbe und -zeichnung sowie einen möglichen Winteraspekt gelegt.

Darüber hinaus erfassen und bewerten die Staudenexperten die generellen Merkmale jeder Sorte, beispielsweise die Wuchshöhe und -breite, die Standfestigkeit, die Blütezeit und -dauer, die Wuchsgeschwindigkeit sowie das Ausbreitungsverhalten der Pflanzen.

Eine Empfehlung wird nur dann ausgesprochen, wenn auch die inneren Werte einer Sorte überzeugen: Sie soll winterhart, langlebig und widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge sein – selbstverständlich auch ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Die Entscheidung

Haben sich die Prüfer auf einen Kriterienkatalog geeinigt, beurteilen sie die aufgepflanzten Sorten anhand dieses Boniturbogens drei Jahre lang. Ist die Sichtung abgeschlossen, erstellt die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf auf Grundlage der Boniturergebnisse einen Bewertungsvorschlag, und dieser wird von allen an der Sichtung beteiligten Experten noch einmal diskutiert.

Zu guter Letzt spricht der Arbeitskreis Staudensichtung bei entsprechend guten Bewertungen eine Empfehlung aus:

3 Sterne

ausgezeichent

2 Sterne

sehr gut

1 Sterne

gut

Wichtiges Detail: Sortenechtheit

Mitunter kommt es vor, dass eine Pflanze nicht mehr die charakteristischen Merkmale der ursprünglichen Sorte besitzt. Oder eine angeblich neue Sorte stimmt mit einer bereits vorhandenen Sorte überein. Darum findet vor der eigentlichen Sortimentssichtung eine Prüfung auf Sortenechtheit statt.

Die als sortenecht bestätigten Pflanzen werden dann in ausgewählten Gärtnereien vermehrt und an die Sichtungsgärten verteilt. Auf diese Weise erhalten alle Sichtungsgärten das gleiche Ausgangsmaterial.